Die Vilser Alm und die Frage, woher das Hundsarschjoch seinen Namen hat

Die Vilser Alm liegt idyllisch eingebettet in den Tiroler Alpen. Von Füssen kommend, fährt man über die alte Grenze in Richtung des kleinen Tiroler Örtchens Vils. Am Ortsende kündigt eine Tafel den Parkplatz zur Vilser Alm an; Orientierung bietet auch der Steinbruch. Der Steinbruch ist durch die helle Farbe des Kalkgesteins weithin sichtbar. Auch Erze und Marmor sind dort zu finden und werden neben Kalk bis heute abgebaut.

Vom Parkplatz läuft man über einen leicht ansteigenden Forstweg entlang. Die Gehzeit beträgt etwa eine Stunde, in der man ca. 4 km Weg zurückgelegt. Die 350 Höhenmeter führen auch am Finsteren Schrofen vorbei, einem mit Fichten bewachsenen Findling.

Angekommen auf der Vilser Alm belohnt nicht nur die Aussicht auf den Vilser Kegel, Luskopf, Füssner Jöchle oder das Brentenjoch. Eine deftige Brotzeit oder ein Kaiserschmarren von den Hüttenwirten Erni und Frank Schatz ist ein Muss. Außerdem trifft man dort auch etliche Tiere wie Kühe, Schweine, Hasen und auch wenn man’s auf den ersten Blick kaum glauben mag, zwei Lamas.

Die Vilser Alm allein ist schon einen Ausflug wert, zugleich ist sie auch ein hervorragender Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen. Wer auf die kleinen Täfelchen schaut, um seine Route zu suchen, kommt am Hundsarschjoch nicht vorbei. Dieser Name sorgt immer für Schmunzeln und so manch einer muss schon zweimal hinschauen.  Von der Vilser Alm ist ein Fußmarsch mit 45 Minuten für geübte Wanderer angesetzt, in denen man 400 steinige Höhenmeter hinter sich lässt um auf das Hundsarschjoch zu gelangen. Woher der Name kommt? Das weiß leider keiner so genau… Aber dennoch gibt es eine nette Anekdote zu den verschiedenen Bergnamen:

Früher waren die  Tannheimer Berge schwer zugänglich. Somit ergaben sich  nicht ganz so vornehme Namen wie „Metzenarsch“ und „Hochscheisser“. Diese waren die wenig schmeichelhaften Begriffe für die steilen Klippen der Kellenspitze. Diese Bezeichnung verlor der Gipfel angeblich im Jahr 1854, als Königin Marie von Preußen, die Mutter von König Ludwig II., als begeisterte Bergsteigerin wieder einmal in der Gegend wandern war. Sie ließ sich von einem einheimischen Bergführer das Panorama erklären. Dem waren die  geläufigen Namen wohl peinlich und deshalb mussten die Berge schnell umgetauft werden. So wurde der „Metzenarsch“, welcher auf die damals übliche Bezeichnung für eine Prostituierte hinwies, zur Kellenspitze. Dabei diente die angrenzende Flur "in der Kelle" als neuen Namensgeber. Aus dem Hundsarsch wurde der vornehme Vilser Kegel. Das Hundsarschjoch jedoch hat seinen Namen behalten dürfen…


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