König der Berge - der Säuling

2047m hoch ragt der Säuling bei Schwangau empor. Seine markante Form erinnert an eine Pyramide und ist weithin sichtbar. Majestätisch in seiner Erscheinung liegt er an der Grenze von Deutschland zu Österreich. Und da beginnt schon eine der Geschichten des Säulings. Die Österreicher schlagen 1 Meter drauf – bei ihnen ist der Säuling 2048m hoch. Dies liegt vor allem an der unterschiedlichen Höhenmessung.

Uneinigkeit herrscht auch darüber, wessen Hausberg der Säuling denn jetzt ist. Die Schwangauer beanspruchen diesen Titel genauso wie Füssen und das österreichische Pflach. Fakt ist: der Säuling ist groß genug und jeder bekommt eine andere Seite des Berges zu sehen. Tatsache ist, dass der Säuling zum ältest-belegten Berg der Alpen zählt. Der Wortursprung wird von dem Wort „Siulinc“ abgeleitet, dass so viel wie „Säule“ heißt und natürlich einen passenden Namen darstellt.  

Der seilbahnfreie Zweitausender begeistert und ist sowohl von österreichischer als auch von deutscher Seite gut erreichbar. Jedoch sind Trittsicherheit, Erfahrung, Kondition und Übung eine Voraussetzung für eine Wandertour auf den Säuling. Einmalige Sicht auf die Königsschlösser und die Allgäuer Seenlandschaft verspricht der Aufstieg über Hohenschwangau. Die genaue Route finden Sie hier sehr gut beschrieben. Nicht ganz so lange, aber genauso anspruchsvoll ist die Route über Pflach. Dort erfolgt der Aufstieg über das Säulinghaus. Viele Gedenkkreuze mahnen vor Unachtsamkeit, denn der Berg ist nicht zu unterschätzen. Wer jedoch denn Anstieg geschafft hat, wird mit einem grandiosen Blick belohnt. Königsschlösser, Allgäuer Seenlandschaft  und auch das Lechtal sind zu bestaunen. Wer Glück hat, kann sogar bis zum Ammersee blicken!

Diesen Ausblick genossen auch schon das Kronprinzenpaar Maximilian II. und seine Frau Marie, die Eltern von König Ludwig II. Sein erster Aufstieg auf den Säuling ist sogar in der Schlosschronik von Hohenschwangau vermerkt. Kurz vor seinem 12. Geburtstag, im August 1857, bestieg er mit seiner Mutter und seinem Bruder Otto den Säuling zum ersten Mal. Auch Diener und der Hofkoch waren mit dabei, so dass die drei ein königliches Mal auf der Säulingwiese einnehmen konnten. Auch später zog es den König immer wieder auf diesen Berg.

Vielleicht gefiel dem König die Mystik, die der Säuling versprüht und die alten Sagen und Geschichten, die sich um ihn ranken. Auf dem Gipfelplateau sollen nämlich die Hexen tanzen. Eine weitere Geschichte besagt, dass der Teufel persönlich einen Felsen des Säulings abgerissen hat, da ihm ein Kirchenbau in Roßhaupten nicht gefiel. Als jedoch die Abendglocken der neuen Kirche zu hören waren, fiel der Felsbrocken nicht wie geplant in die Ortschaft sondern blieb vor dem Dörfchen liegen, weil dem Teufel die Kraft ausgegangen sei. Der Monolith wird seitdem von einem Kreuz geziert und kann natürlich besichtigt werden.

Egal ob für eine anspruchsvolle Wanderung oder einfach nur zum Anschauen – seine Magie wird der Säuling nie verlieren.

 


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